Archiv für Februar 2011

Auf die Straße! St. Pauli lädt zum Gentropoly

05.02.11: Auf die Straße! Gentropoly-Aktionstag

5. Februar 2011 (ganztägig)

St. Pauli

Unter dem Titel “Gentropoly” veranstalten über 50 Kneipen und Läden auf St. Pauli einen Aktionstag. Das Motto: It’s yours – Don’t let the big man take it away from you! – No BNQ! – ich will so bleiben wie ich bin

Einige Läden bieten spezielle Angebote oder Programm: Tipp Kick Torwandschießen im Jolly, “Lekker Kaffee umsonst – not to go, to stay” in der Rückkopplung, Freier Eintritt und Führung im Hafenbasar, Mexikaner für 1 Euro in der Kogge, Saurer für 50 Cent im Ex-Sparr, Brot und Marmelade Verkostung im Bioladen “Wilde Erdbeeren”, in der Hasenschaukel läuft “Themroc” und Live Musik. In vielen Läden bieten Pläne Orientierung im Überangebot – und Infomaterial. Wir von NoBNQ freuen uns über dieses wuchtige Unterstützungswochenende und wünschen viel Spass beim um die Häuser ziehen.

Hier das Statement der Kneipen :

Ich will so bleiben wie ich bin

In den vergangenen Jahren hat sich St. Pauli, wie jedes lebende, florierende Viertel, verändert, ist gewachsen und für viele interessanter und annehmbarer geworden – auf Pauli wohnen ist nicht mehr verrucht und undenkbar, sondern „in“. Wohnraum ist knapp und nun will sich jeder ein Stück der Torte sichern, denn illusorische Mietpreise finden tatsächlich Anklang in der Realität. Sanieren heißt das Zauberwort, was neben der Verbesserung und Instandsetzung der Häuser leider auch unweigerlich Mietpreise in die Höhe schießen lässt. Wir sind nicht gegen Veränderung, nicht gegen Verbesserung, aber das ist nicht ohne die Menschen, die hier leben, und ihre Mitbestimmung möglich. Wie lange könnt ihr euch das noch leisten?

Es geht hier nicht nur um eine Spekulation mit Gebäuden, sondern auch um das Leben der Menschen, die in ihnen wohnen und ohne die St. Pauli nicht das geworden wäre, was es heute ist. Es kann nicht sein, dass die Menschen, die seit Jahren, seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten außen vor gelassen werden und am Ende diejenigen sind, die weg ziehen müssen, weil sie es sich nicht weiter leisten können. Darum ist der 05.02. ein Tag um gemeinsam vor die Tür zu gehen und sich zu treffen, auszutauschen, informieren und zu zeigen, dass wir nicht alleine sind – wir sind ein Viertel mit verschiedensten Menschen, die alle durch die Lieben zum Stadtteil verbunden werden.

Wie lang könnt ihr euch das noch leisten?

Es gibt bereits verschiedene Initiativen, Gruppierungen, Ideen, Ansätze, die sagen und zeigen, dass wir das nicht mit uns machen lassen und zusehen, wie die Zukunft St. Paulis ohne uns geplant wird. Wir sind da – viele – und wir sollten der Öffentlichkeit deutlich machen, dass wir gemeinsam dagegen angehen! Das Viertel trägt heute die Farben von NoBNQ, eine der Gruppen, die ganz eigene Vorstellungen haben, was mit ihren Häusern passieren soll.

Es liegen in den verzeichneten Orten Infomaterialien zu dieser Initiative und der Gesamtsituation aus und verschiedene kleine und größere Veranstaltungen bieten Raum zum Treffen, Austauschen und Vernetzen. Wenn wir uns gegenseitig in dieser Situation nicht alleine lassen, dann können unsere Anliegen nicht ignoriert werden – wir haben Mitbestimmungsrecht und das zeigen wir auch! ”

Der Aktionstag wird unterstützt von u.a.:

Ahoi, artstore, Back Records, Backbord, Barbarabar, Boutique Bizarre, Burnout Records, Café Geyer, Cobra Bar, Don’t tell Mama, Ex-Sparr, Gun Club, Hafenbasar, Hafenklang, Hasenschaukel, Headcrash, Hensel, Hip Cats, Hotel Kogge, Jolly Roger, Kandies, Kombüse, Komet, Onkel Otto, P3, Pauli Pizza, Roschinsky’s, Rosis Bar, Rückkopplung, Skorbut, Smallville, Sisterhood & Brotherhood, St. Pauli Infoladen, Sorgenbrecher, Suicycle Store, Tippel II, Totec, Treibeis, Wilde Erdbeeren, Wildes Herz, Zum goldenen Handschuh, Zum Silbersack, u.v.a.”

ÜBERALL DORT LIEGEN FLUGBLÄTTER AUS MIT EINEM STRASSENPLAN ZUR EINKEHR

Aktionen & Info am 05. Februar 2011

Kommt Vorbei!

It’s yours – Don’t let the big man take it away from you!

via http://www.no-bnq.org/2011/02/03/5-2-im-viertel-aktionen-inf…

Wütende Solidemos für die „Liebig 14″ in Hamburg

Unter dem Motto „One Struggle, one Fight, Liebigstr. 14 bleibt“ zogen am Abend des 2. Februars etwa 400 Menschen aus dem Hamburger Schanzenviertel zur Hafenstraße.

Die Solidemo begann um 20 Uhr vor der Roten Flora! Als sich bis 20:30 Uhr kein Anmelder fand, formierte sich die Demo und ging spontan los. Die Hamurger Polizei hielt den Aufzug nach wenigen Metern auf. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und die Polizisten wurden mit Pyro und Falschen angegriffen. Weitere halbherzige Versuche die Sperre zu durchbrechen scheiterten.
Nach 20 Minuten fand sich dann doch ein Anmelder und eine kraftvolle Demo zog unter „Miete verweigern, Kündigung ins Klo, Häuser besetzen sowieso“ „Bambule“ „One Struggle, one Fight, Liebstr. 14/ Rote Flora bleibt“ nach St.Pauli.

Auf der Reeperbahn, sollte die Demo direkt zur Hafenstr. führen, jedoch lösten sich aus der Demo einige Teilnehmer_innen und liefen die Reeperbahn runter. Die planlosen Bullen versuchten hektisch dies zu unterbinden, bekamen den wütenden Mob aber nicht mehr unter Kontrolle. Der zog dann durch mehrere Straßen selbstständig Richtung Hafenstr.!
Dort wurden Barris gebaut und das ein oder andere Feuer loderte auf.
Bis 22 Uhr waren immer wieder Kleingruppen unterwegs. Das ein oder andere soll wohl noch zu Bruch gegangen sein.

Schon vor der Räumung der Liebigstraße 14 hat die Rote Flora ihre Solidarität verkündet und zum Protest aufgerufen:

>> Wir erklären uns solidarisch mit dem akut von der Räumung bedrohten Wohnprojekt Liebig 14 in Berlin.

Das Wohnprojekt stellt seit langem ein Versuch dar, kollektives Leben auszuprobieren und zu organisieren und bietet zudem die Möglichkeit, günstigen Wohnraum zu erhalten. In Zeiten, in denen ganze Stadtteile von Aufwertung betroffen sind und Wohnraum für viele unbezahlbar wird, sind solche Orte, die diesem etwas entgegensetzten, wichtiger denn je.
Ähnlich wie die Liebig wird unter Umständen auch die Rote Flora bereits in wenigen Monaten von einer Räumung bedroht sein. Es zeigt, dass linke Projekte, egal ob sie einen Raum zum Wohnen bieten oder als soziales Zentrum fungieren, welche sich zur Aufgabe gemacht haben, dem gesellschaftlichen Mainstream und einer kapitalistischen Verwertungslogik etwas entgegenzusetzen, immer stärker bedroht sind. Dieses bedeutet für uns aber nicht, dass wir den Kopf in den Sand stecken und Polizei, Politiker und Investoren machen lassen, was sie wollen. Es ist für uns vielmehr ein Grund zu zeigen, dass wir uns mit den derzeitigen Verhältnissen nicht zufrieden geben werden und wir dazu aufrufen, leer stehende Eigentumswohnungen und Büroräume zu besetzen und zu Orten zu machen, in denen kollektives und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Wir können uns der Liebig 14 inhaltlich nur anschließen:
„Wir haben schon längst keinen Bock mehr auf diesen Staat und seine Repression, wir haben keinen Bock auf Unterdrückung und Konkurrenz und wir haben keinen Bock auf Kapitalismus und seine neoliberalen Versprechen.“

Wir rufen daher für den Tag X (der Tag des Versuchs der Räumung der Liebig 14 – vermutlich der 02.02.2011) zu einer Spontandemonstration um 20 Uhr vor der Roten Flora auf. Nehmen wir uns die Stadt!! Leerstand zu Wohnraum!! Für ein selbstbestimmtes Leben!! Liebig 14 verteidigen!! Kommt zur Solidemo am 29.01.2011 nach Berlin!!

Plenum der Roten Flora, 26.01.2011 < <

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Auch heute ruft eine autonome Gruppe aus Hamburg noch mal zur Demonstration auf!

Sponti heute, Freitag, 19 Uhr am Gänsemarkt !!

Ab in die City!!

Von Schlagstöcken, Wasserwerfern, Pfefferspray und gut bezahlten Schlägern in Uniform.... Solidarität mit Liebig14!

Heute um 19 Uhr wird es erneut eine Spontandemonstration geben.
Kommt bitte alle zum Gänsemarkt.
Es ist wichtig, dass die Räumung des alternativen Wohnprojekts, Liebig 14, nicht in Vergessenheit gerät und dieses auch zu zeigen; mit Präsenz, nicht nur an einem Tag.
Die meisten von uns haben noch immer unendliche Wut in sich, dies gilt es auf die Straßen zu tragen. Gerade auch weil es auf der Sponti am Mittwoch wieder einmal einen Pfeffersprayeinsatz schon bevor die Demo überhaupt loslaufen konnte gab, Passanten nicht aus dem abgeriegelten kessel durften und es Schlagstock- und Wasserwerfereinsätze gegen Menschen gegeben hat, sind wir unendlich wütend und müssen uns Luft verschaffen!

KEIN VERGEBEN KEIN VERGESSEN - HÄUSER ÜBERALL BESETZEN!!

Solidarität mit Liebig 14!

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(Quelle: www.indymedia.org)

Unterstützungsaufruf für die Liebig 14 in Berlin

Unterstützungs-Aufruf für das von Räumung bedrohte Hausprojekt Liebig 14 in Berlin [pdf] [doc] [selbstdruck flyer]

Vom Gerichtssaal auf die Straße

Das autonome Wohn- und Kulturprojekt Liebig 14 steht kurz vor der Räumung. Am 13.11.2009 fand der letzte Prozess gegen das Hausprojekt in der Liebigstraße 14 in Berlin statt. Wie vorauszusehen war, wurde der juristische Kampf um die bestehenden Mietverträge verloren. Jetzt gilt es einer drohenden Räumung auf anderen Ebenen etwas entgegenzusetzen!

Das Haus in der Liebigstraße 14 wurde 1990 nach Leerstand besetzt und erlangte 1992 Einzelmietverträge mit der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF). Seit der Besetzung bietet das Projekt gemeinschaftlich verwalteten Wohnraum für Menschen verschiedenster Altersgruppen und Herkunft sowie Platz für kulturelle Veranstaltungen und politisch- emanzipatorische Arbeit. Im Jahr 1999 wurde das Haus an die LiLa GbR verkauft, bestehend aus den Gesellschaftern Suitbert Beulker und Edwin Thöne. Mit dem Eigentümerwechsel begann eine Reihe von aggressiven Maßnahmen gegen die Bewohner_innen und die kollektive Wohnform. Wie z.B. die Räumung der Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss 2007 und dem Abbau einer Zwischentür im Treppenhaus, welche von den BewohnerInnen notwendigerweise anstelle der einzelnen Wohnungstüren eingesetzt worden war. Diese musste letztendlich auch als Kündigungsgrund herhalten.

Die Liebig 14 positioniert sich gegen gesellschaftliche Ausgrenzung und Unterdrückung jeglicher Art und bietet kollektiven Wohnraum für politisch Interessierte und vom profitorientierten Wohnungsmarkt Ausgeschlossene. Die selbstorganisierte Hausgemeinschaft ermöglicht zudem ein solidarisches und selbstbewusstes Auftreten im Umgang mit „Hauseigentümern“ und drohender Verdrängung.
Die Verdrängung unkommerzieller Projekte ist eine der Folgen der umfassenden Aufwertung der Innenstadtgebiete (Gentrifizierung). Modernisierung von günstigem Wohnraum und die dadurch steigenden Mieten sind eine folge kapitalistischer Verwertungslogik. Dadurch findet vor allem eine Verdrängung einkommensschwacher Menschen statt.
Organisierte Hausgemeinschaften, wie sie in Hausprojekten existieren, ermöglichen von Gentrifizierung betroffenen Mieter_innen, sich gegen drohende Verdrängung effektiv zur Wehr zu setzen. Daher ist der Kampf für den Erhalt eines Autonomen Hausprojektes als exemplarisch für den Widerstand gegen Gentrifikation zu begreifen.

Gerade in letzter Zeit kam es in Berlin zu einem Schlag der staatlichen Repressionsorgane gegen Einzelpersonen sowie linksradikale Strukturen. Menschen wurden festgenommen, Hausprojekte gerazzt, keine 2 Wochen später wird das Wohnprojekt in der Brunnenstrasse 183 geräumt und kurz darauf ein Jugendlicher in einem Park von Zivilpolizisten angeschossen. Darauf gab es bereits viele Antworten, jedoch gilt es auch nach vorne zu blicken und sich auf kommende Ereignisse vorzubereiten um nicht weiter in die Defensive zu geraten. Eine Räumung der Liebig 14 kommt für uns nicht infrage. Zeigen wir gemeinsam, dass wir keinen Bock haben auf diesen Staat und seine Repression, dass wir keinen Bock haben auf Fremdbestimmung und dass wir keinen Bock haben auf kapitalistische Verwertungslogik. Wir wollen das wirklich schöne Leben – nicht übermorgen, nicht morgen, sondern jetzt!

Wenn sie sich mit eine_r von uns anlegen, legen sie sich mit uns allen an.

Die Liebig 14 ist in Berlin Teil einer Struktur linksradikaler Freiräume, in denen versucht wird, die Einflüsse gesellschaftlicher Ausgrenzungs- und Unterdrückungsmechanismen wie z.B. Rassismus, Sexismus, Homophobie möglichst gering zu halten. Doch geht es nicht darum, sich in der eigenen schönen Welt auszuruhen, sondern um den Anspruch, mit den Ideen eines Lebens ohne Kapitalismus, Hierarchien und Unterdrückung in die Gesellschaft zu intervenieren. In Angesicht dessen wäre der Verlust eines Raumes, in dem dies praktisch erprobt und für einige Menschen erfahrbar gemacht wird nicht hinzunehmen. Das Vorgehen gegen eines unserer Kultur- und Wohnprojekte ist mit ein Angriff auf alle, die dieses und ähnliche Projekte nutzen aber auch auf alle, die mit den Ideen und Ansprüchen des Projektes die Gesellschaft erreichen wollen. Darum seid Solidarisch und unterstützt den Kampf um den Erhalt der Liebig 14.

Kapitalistischen Normalbetrieb stilllegen!
Wir bleiben alle!

Leitet den Aufruf bitte weiter und schreibt an die darunter stehende Email-Adresse, ob ihr den Text mit eurem Gruppennamen unterschreibt und als Unterstützer_innen auf der Internetseite wba.blogsport.de auftauchen möchtet.
wba-tag_x [ät] riseup.net

Unterstützer_innen des Kampfes um den erhalt des Hausprojektes Liebig 14:

Berlin:
Anarchistische Föderation Berlin, Berliner Tierrechts Aktion, Infoladen Daneben, JungdemokratInnen/Junge Linke – Berlin, Köpi, Linie 206, Meuterei, North-East Antifascists, Radio Friedrichshain, RAW-Tempel, Red & Anarchist Skinheads – Berlin, Rigaer 94, Scherer 8, Tempelhof für Alle

Überregional:
Anarchistisches Aktionsbündnis Unterfranken, Antifa Allgäu, Antifaschistische Aktion Saalfeld, Antifa Syke, Antinationale Antifa Dortmund, Assoziation autonomer Umtriebe Dachau, Autonome Antifa Neumarkt-Oberpfalz, Autonome Antifa Remscheid, banda sinistra Erlangen, Black Mosquito, BULG Hamburg, Contraste – Monatszeitung für Selbstorganisation, Emanzipatorische Aktion Münster, Faites votre jeu! – Frankfurt a. M., FAU Flensburg, Freak Out Connection [FOC Hamburg], Freiraumtanz Infoportal Bochum, Forum Autonomer Umtriebe Landshut, Infoladen NmK Karlsruhe, Infoportal für antifaschistische Kultur und Politik aus Rostock, Initiative Neuruppiner Antifaschist_innen, Initiative Rock gegen Rechts, Left Resistance Wittenberg, Libertärer Laden Kiel, Mietshäuser Syndikat, Next Steffi Karlsruhe, nigra, Punkratz Anarcho-Mailorder, Revolutionär anarchistischer Widerstand Windeck, Squat Magdeburg, Wagenplatz Treibstoff Wien, Wohnprojekt „Alte Schule“ Neumarkt, Ya Basta Netz