Wütende Solidemos für die „Liebig 14″ in Hamburg

Unter dem Motto „One Struggle, one Fight, Liebigstr. 14 bleibt“ zogen am Abend des 2. Februars etwa 400 Menschen aus dem Hamburger Schanzenviertel zur Hafenstraße.

Die Solidemo begann um 20 Uhr vor der Roten Flora! Als sich bis 20:30 Uhr kein Anmelder fand, formierte sich die Demo und ging spontan los. Die Hamurger Polizei hielt den Aufzug nach wenigen Metern auf. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und die Polizisten wurden mit Pyro und Falschen angegriffen. Weitere halbherzige Versuche die Sperre zu durchbrechen scheiterten.
Nach 20 Minuten fand sich dann doch ein Anmelder und eine kraftvolle Demo zog unter „Miete verweigern, Kündigung ins Klo, Häuser besetzen sowieso“ „Bambule“ „One Struggle, one Fight, Liebstr. 14/ Rote Flora bleibt“ nach St.Pauli.

Auf der Reeperbahn, sollte die Demo direkt zur Hafenstr. führen, jedoch lösten sich aus der Demo einige Teilnehmer_innen und liefen die Reeperbahn runter. Die planlosen Bullen versuchten hektisch dies zu unterbinden, bekamen den wütenden Mob aber nicht mehr unter Kontrolle. Der zog dann durch mehrere Straßen selbstständig Richtung Hafenstr.!
Dort wurden Barris gebaut und das ein oder andere Feuer loderte auf.
Bis 22 Uhr waren immer wieder Kleingruppen unterwegs. Das ein oder andere soll wohl noch zu Bruch gegangen sein.

Schon vor der Räumung der Liebigstraße 14 hat die Rote Flora ihre Solidarität verkündet und zum Protest aufgerufen:

>> Wir erklären uns solidarisch mit dem akut von der Räumung bedrohten Wohnprojekt Liebig 14 in Berlin.

Das Wohnprojekt stellt seit langem ein Versuch dar, kollektives Leben auszuprobieren und zu organisieren und bietet zudem die Möglichkeit, günstigen Wohnraum zu erhalten. In Zeiten, in denen ganze Stadtteile von Aufwertung betroffen sind und Wohnraum für viele unbezahlbar wird, sind solche Orte, die diesem etwas entgegensetzten, wichtiger denn je.
Ähnlich wie die Liebig wird unter Umständen auch die Rote Flora bereits in wenigen Monaten von einer Räumung bedroht sein. Es zeigt, dass linke Projekte, egal ob sie einen Raum zum Wohnen bieten oder als soziales Zentrum fungieren, welche sich zur Aufgabe gemacht haben, dem gesellschaftlichen Mainstream und einer kapitalistischen Verwertungslogik etwas entgegenzusetzen, immer stärker bedroht sind. Dieses bedeutet für uns aber nicht, dass wir den Kopf in den Sand stecken und Polizei, Politiker und Investoren machen lassen, was sie wollen. Es ist für uns vielmehr ein Grund zu zeigen, dass wir uns mit den derzeitigen Verhältnissen nicht zufrieden geben werden und wir dazu aufrufen, leer stehende Eigentumswohnungen und Büroräume zu besetzen und zu Orten zu machen, in denen kollektives und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Wir können uns der Liebig 14 inhaltlich nur anschließen:
„Wir haben schon längst keinen Bock mehr auf diesen Staat und seine Repression, wir haben keinen Bock auf Unterdrückung und Konkurrenz und wir haben keinen Bock auf Kapitalismus und seine neoliberalen Versprechen.“

Wir rufen daher für den Tag X (der Tag des Versuchs der Räumung der Liebig 14 – vermutlich der 02.02.2011) zu einer Spontandemonstration um 20 Uhr vor der Roten Flora auf. Nehmen wir uns die Stadt!! Leerstand zu Wohnraum!! Für ein selbstbestimmtes Leben!! Liebig 14 verteidigen!! Kommt zur Solidemo am 29.01.2011 nach Berlin!!

Plenum der Roten Flora, 26.01.2011 < <

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Auch heute ruft eine autonome Gruppe aus Hamburg noch mal zur Demonstration auf!

Sponti heute, Freitag, 19 Uhr am Gänsemarkt !!

Ab in die City!!

Von Schlagstöcken, Wasserwerfern, Pfefferspray und gut bezahlten Schlägern in Uniform.... Solidarität mit Liebig14!

Heute um 19 Uhr wird es erneut eine Spontandemonstration geben.
Kommt bitte alle zum Gänsemarkt.
Es ist wichtig, dass die Räumung des alternativen Wohnprojekts, Liebig 14, nicht in Vergessenheit gerät und dieses auch zu zeigen; mit Präsenz, nicht nur an einem Tag.
Die meisten von uns haben noch immer unendliche Wut in sich, dies gilt es auf die Straßen zu tragen. Gerade auch weil es auf der Sponti am Mittwoch wieder einmal einen Pfeffersprayeinsatz schon bevor die Demo überhaupt loslaufen konnte gab, Passanten nicht aus dem abgeriegelten kessel durften und es Schlagstock- und Wasserwerfereinsätze gegen Menschen gegeben hat, sind wir unendlich wütend und müssen uns Luft verschaffen!

KEIN VERGEBEN KEIN VERGESSEN - HÄUSER ÜBERALL BESETZEN!!

Solidarität mit Liebig 14!

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(Quelle: www.indymedia.org)